Energy Communities - Mehr für Euch, Sicherheit für die Schweiz
Wie könnten wir die strukturellen Voraussetzungen schaffen, die es ermöglichen, Energiegemeinschaften auf nationaler Ebene zu entwickeln und dadurch die Resilienz, die Mitbestimmung und die lokale Wertschöpfung in der Schweiz zu stärken?
Challenges
Mit euch zusammen haben wir folgende sieben Herausforderungen identifiziert, auf welche wir nun konkrete Lösungen/Eingaben suchen. Wichtig eine Eingabe muss den Fokus auf eine der «Wie könnten wir…» Fragen richten.
«Wie könnten wir...
… vereinzelte „Vorzeigeprojekte“ mittels expliziter Mechanismen zur Nachahmung in gängige städtische Praxis verwandeln?
… sozial gerechte, inklusive Energiegemeinschaften gestalten, die technisch effizient sind und es Mietern, KMU, einkommensschwachen Haushalten und Nicht-Prosumern ermöglichen, von lokaler erneuerbarer Energie zu profitieren?
… die Rollen zwischen Kommunen, Verteilernetzbetreibern, Bürgern, Genossenschaften und privaten Akteuren durch standardisierte Schnittstellenmodelle und Vereinbarungen klären – und neue Partnerschaften aufbauen?»
… regulatorische und administrative Unsicherheiten verringern, die die Verbreitung verlangsamen und die Investitionsbereitschaft untergraben?»
… nationale Lern- und Dachstrukturen aufbauen, die die Verbreitung von Energiegemeinschaften beschleunigen?»
… abstrakte Ziele wie „Dekarbonisierung“ oder „Netzflexibilität“ in sinnvolle alltägliche Praktiken umsetzen, die sich etablieren lassen?»
… neue Berufe, wie z.b. Nachbarschafts-Energiemanager, im Umfeld von Energiegemeinschaften entwickeln?»
Die Schweiz tritt in eine neue Phase der Energiewende ein. Mit der Verabschiedung des Elektrizitätsgesetzes werden ab 2026 lokale Energiegemeinschaften (LECs) möglich. Zum ersten Mal kann lokal erzeugter Strom aus erneuerbaren Energien über das öffentliche Netz innerhalb von Quartieren oder Gemeinden geteilt werden. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für eine dezentrale Zusammenarbeit im Energiebereich.
Diese rechtliche Möglichkeit führt jedoch nicht automatisch zu grossräumigen Auswirkungen. In ganz Europa bleiben viele Energiegemeinschaften isolierte Pilotprojekte.
Energiegemeinschaften sind daher nicht nur technische Infrastrukturen, sondern auch soziale Innovationen, die neu definieren:
- wer an der Energiewende teilnehmen kann,
- wer von erneuerbarer Energie profitiert,
- wer lokale Energiesysteme steuert,
- wer die Risiken und Verantwortung trägt.
Unter Energiegemeinschaften verstehen wir sowohl lokale Energiegemeinschaften (LECs), wie sie für die Schweiz im Elektrizitätsgesetz definiert sind, als auch dezentrale Initiativen, die Energiegemeinschaften im weiteren Sinne aufbauen. Dazu gehören die dezentrale Erzeugung erneuerbarer Energien sowie die Sektorkopplung, die Strom mit Mobilität und Wärme verbindet.
Bei guter Konzeption können Energiegemeinschaften die Energiesicherheit, die lokale Wertschöpfung und die gesellschaftliche Teilhabe stärken.
Wie könnten wir die strukturellen Voraussetzungen schaffen, die es ermöglichen, dass sich Energiegemeinschaften auf nationaler Ebene entwickeln und dadurch die Resilienz, die Teilhabe und die lokale Wertschöpfung in der Schweiz stärken?
Mit diesem Aufruf zur Einreichung von Ideen suchen wir nach sozialen Innovationen, um die Herausforderungen und Hindernisse zu überwinden – und die Entwicklung und Skalierung von Energiegemeinschaften in der Schweiz zu unterstützen.
jetzt idee einreichenTimeline

Die Challenges in der FUS Mission «Energy Communities» fördern Antworten auf die übergeordnete FUS-Frage: Wie leben wir in Zukunft in der urbanen Schweiz?
Gesucht werden radikale Ideen, um Energiegemeinschaften an vielen Orten in die Realität umzusetzen. Gesucht sind Prozesse, Produkte, Plattformen, Angebote oder Programme, die neue Formen von geteilter Verantwortung und Kooperationen ausprobieren oder konkrete Lösungen entwickeln, die Energiegemeinschaften als Teil unserer Energieinfrastruktur verankern.
In einem offenen Innovationsprozess fördern wir den Austausch zwischen bestehenden und geplanten Energiegemeinschaften und Projektentwickler:innen, der interessierten Öffentlichkeit sowie den Verantwortlichen aus Forschung und Praxis, den Planungsbehörden, der Politik und der Investitionsseite.
Insbesondere laden wir auch Kantons-, Stadt- und Gemeindeverwaltungen ein, die den Hebel Ernährung für ihre Klima- und Energieziele in Bewegung setzen möchten - oder es bereits tun. Doch auch Forschende und Pionier:innen und Initiativen aus den Nischen sind eingeladen, ihr Wissen und ihre ganz praktischen Erfahrungen einzubringen und gemeinsam Partnerschaften für eine Skalierung ihrer Ansätze zu entwickeln.
Mach mit und hilf, die soziale Innovation rund um Energiegemeinschaften weiter zu verbreiten und sichere dir in einem interdisziplinären Team finanzielle und methodische Unterstützung sowie wertvolle Kontakte für weitere Schritte!
Was suchen wir?

Wir suchen radikale Ideen um die vielversprechendsten sozialen Innovationen mehrheitsfähig zu machen - unter Einbezug von Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung und/oder Politik. Arbeitest Du an entsprechenden Angeboten, Services, Organisationsformen, Geschäfts- und Impact-Modellen, Kommunikations- und Interventionsstrategien oder strategischen Experimenten?
Wir erwarten keine Beweise. Wir erwarten Klarheit darüber, was getestet werden muss – und was ein Scheitern aufdecken würde.
Wir wählen nicht die ausgereiftesten Ideen aus. Wir wählen Teams aus, die den Hebel verstehen, wissen, was sie testen müssen, und das Potenzial haben, etwas im System zu bewegen.
Wir ermöglichen die Durchführung von Machbarkeits-, Nutzer- oder Marktstudien oder auch die Entwicklung von Modellen und Prototypen, die der Veranschaulichung und der Erprobung potenzieller Lösungen dienen.
Wir freuen uns auf Lösungsansätze, die den Beitrag sozialer Innovationen zu einer klimagerechten und lebenswerten urbanen Gesellschaft der Zukunft potenzieren und multiplizieren.
Wer kann sich bewerben?

Entsprechend den Vorgaben von Innosuisse dürfen sich nur gemischte Teams mit Mitgliedern aus mindestens einem Forschungs- und einem Umsetzungspartner bewerben. Die Veranstaltungen in der Challenge Stage ermöglichen, dass sich einzelne Akteur:innen finden. Sollte einem Projektteam der Forschungspartner fehlen, können wir versuchen auszuhelfen. Dazu oder für andere Vernetzung kann matchmaking@futureurbansociety.ch kontaktiert werden.
Zu den Forschungspartnern gehören universitäre Forschungsinstitute, nicht-kommerzielle Forschungszentren ausserhalb des Hochschulbereichs, Forschungsinstitute der Fachbereiche mit eigenen Forschungsprojekten und Forschungsinstitute des Bundes.
Umsetzungspartner sind alle privaten und öffentlichen Akteurinnen, die Ideen in die Praxis umsetzen können oder zumindest einen Anteil daran haben.
Fördergelder können wir nur an juristische Personen - Genossenschaften, Vereine, Stiftungen, Unternehmen, Hochschulen, Gemeinden etc. - aus der Schweiz vergeben.
Wie können die Mittel eingesetzt werden?

Die Förderung kann für Machbarkeits-, Nutzungs- oder Marktstudien verwendet werden. Wo möglich und sinnvoll wird die Entwicklung von Modellen und Prototypen zur Veranschaulichung und Erprobung von Lösungsansätzen finanziert. Die Mittel können zweckdienlich flexibel eingesetzt werden, z.B. für die Bezahlung von Gehältern, den Kauf von Ausrüstung und Material, Beobachtungs- und Interviewforschung, Reisekosten, Organisation von Roundtables, Workshops usw.
Die Verwendung und Verteilung der Mittel in den geförderten Teams erfolgt also eigenverantwortlich, aber rechenschaftspflichtig.
Ein Teil der Mittel ist für die inhaltliche und methodische Unterstützung von Expert:innen in den jeweiligen Feldern reserviert.
Insgesamt beträgt die Förderung maximum 22’500 CHF. Davon werden 19’000 CHF direkt ausbezahlt. 1’500 CHF sind für Coaching und Begleitung durch das FUS-Team während sechs Monaten vorgesehen. Weitere 2’000 CHF stehen für externe Expert:innen zur Verfügung, entweder aus unserem Pool mit über 100 Expert:innen oder frei gewählt passend zum Projekt.
Was ist einzureichen?

Einzureichen ist ein kurzer Fragebogen. Der Inhalt der Bewerbung sollte optimalerweise 2-3 A4 Seiten Arial 11 umfassen und 5 Seiten nicht überschreiten. Der Fragebogen kann hier heruntergeladen werden.
Gefördert werden kann, wer an einer unserer Open-Innovation-Veranstaltungen oder Calls teilgenommen hat.
Jurykriterien - wie wir auswählen

Unsere Jury bewertet jede Bewerbung anhand von zwei Kriterien.
Das grösste Gewicht hat die Frage, was eure Idee bewirken könnte. Wir prüfen, ob das Team ein echtes Hindernis für den Wandel identifiziert hat und nicht nur ein Symptom. Wir prüfen, ob die Lösung über Ihr eigenes Projekt hinaus Wirkung zeigen könnte. Und wir prüfen, ob das Team weiss, was es herausfinden muss, und die Bereitschaft zeigt, den Kurs zu ändern, falls die Ergebnisse dies erfordern.
Ob das Team dazu in der Lage ist, ist die zweite Dimension.
Wir beurteilen, ob der Testansatz für den sechsmonatigen Zeitraum realistisch ist, ob die richtigen Partner für die Tests ausgewählt wurden und ob das Team für diese spezielle Herausforderung gut aufgestellt ist.
Wir betrachten auch das Gesamtportfolio. Eine starke FUS-Kohorte ist nicht nur eine Sammlung guter Pilotprojekte – sie umfasst Projekte, die Hindernisse für andere beseitigen, gemeinsame Infrastruktur aufbauen oder Wissen generieren, das den gesamten Bereich voranbringt.
Unsere Kriterien auf einen Blick
Block A – Transformationspotenzial (70 %)
– Problemverständnis und Lösungsanpassung. Versteht das Team ein tieferes, strukturelles Problem? Und geht sein Ansatz dieses an der Wurzel an?
– Wirkungspotenzial. Könnte dies die Funktionsweise des Systems verändern – über die Laufzeit dieses Projekts hinaus?
– Testlogik und Lernbereitschaft. Weiss das Team, was es herausfinden muss? Und zeigt es echte Offenheit dafür, seine Annahmen zu überdenken?
Block B – Umsetzungsfähigkeit (30 %)
– Testansatz und Partnerschaften. Ist der Plan für die Booster-Phase realistisch? Und wurden konkrete Testpartner identifiziert?
– Teamzusammensetzung. Verfügt das Team über die richtige Mischung an Kompetenzen für diese spezielle Herausforderung?
Wir veröffentlichen unsere Kriterien offen – nicht als Checkliste, die man ausnutzen kann, sondern weil wir davon überzeugt sind, dass bessere Bewerbungen von Teams stammen, die verstehen, wonach wir tatsächlich suchen.
Zwei kurze Anmerkungen dazu, was dies in der Praxis bedeutet. Erstens erwarten wir nicht, dass die Idee bereits vollständig ausgereift ist. Ideen im Frühstadium mit einer präzisen Problemdiagnose und einem glaubwürdigen Testplan sind genau das, wofür der Booster konzipiert ist. Zweitens ist die Nennung eines konkreten Testpartners (der zumindest identifiziert wurde) in der Bewerbung keine Formalität – sie ist eines der deutlichsten Signale dafür, dass die Idee bereit ist, die Papierform zu verlassen.