
Bei “Guter Ernährung” denken wir an Essen, das schmeckt, sättigt und gesund ist. Zugleich aber auch an Produktion und Vertrieb, die sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig aufgestellt sind, mit fairen Einkommen, geringem ökologischem Fussabdruck und tragenden Finanzierungsmodellen. Mit dem Zusatz “für Alle” nehmen wir eine weitere soziale Komponente in den Blick: Wer hat Zugang zu hochwertigen, nachhaltigen Lebensmitteln und wer nicht? Wieso sind weniger “gute” Angebote häufig nicht nur günstiger, sondern auch niederschwelliger und bequemer in den Alltag zu integrieren? Let’s make good food more convenient! Oder wie wäre es mit: Let’s make convenience food better!
Eine gute Ernährung ist für uns in diesem Call nicht primär eine Frage individueller Entscheidungen. Wir betrachten "Gute Ernährung für alle" als Frage einer sozialen Infrastruktur, die Gesundheit, Gerechtigkeit, Biodiversität und Klima miteinander verbindet.
Wichtige Hebel sind beispielsweise Regionalisierung und solidarische Geschäfts- und Bezugsmodelle. Andere Zielen auf eine Veränderung von Angeboten und Essgewohnheiten, etwa die Reduktion tierischer Produkte. Doch Ansätze wie Gemüseabos und solidarische Landwirtschaft, Einkaufsgenossenschaften und Ernährungskassen kommen nicht aus der Nische. Und auch vielversprechende Ansätze etwa über Kantinen, Schulverpflegung und Catering oder eine Reform von Subventionen auf Produktionsseite stossen auf strukturelle Grenzen, Interessenskonflikte und tief verankerte, emotionale und teils politisierte Gewohnheiten.
Dieses Themenfeld nutzen wir in Partnerschaft mit dem One Planet Lab als Experimentierraum für neue Formen geteilter Verantwortung, um gutes Essen für alle zum neuen Normal werden zu lassen. Uns interessieren regionale Teams aus öffentlicher Hand, Markt und/oder Zivilgesellschaft, die gemeinsam gute Ernährung ermöglichen, etwa über neue Fondsmodelle oder die Verbindung von Beschaffungswesen und regionalen Produktions- und Verteilstrukturen.
Insbesondere laden wir Kantons-, Stadt- und Gemeindeverwaltungen ein, die den Hebel Ernährung für ihre Klima- und Gesundheitsziele in Bewegung setzen möchten - oder es bereits tun. Doch auch Forschende und Pionier:innen und Initiativen aus den Nischen sind eingeladen, ihr Wissen und ihre ganz praktischen Erfahrungen einzubringen und gemeinsam Partnerschaften für eine Skalierung ihrer Ansätze zu entwickeln.

Wie wird das Teilen von Dingen im urbanen Alltag selbstverständlich?
Der Future Urban Society Innovation Booster sucht und fördert radikale Ideen aus Forschung und Praxis, um die vielversprechendsten sozialen Innovationen für klimagerechtes Wohnen, Mobilität und Ernährung weiter zu verbreiten oder in ihrer Wirkung zu stärken.
(Bitte beachte die Richtlinien, hier heruntergeladen als Dokument «Richtlinien für die Einreichung von Ideen».)
Wie könnten wir …
… die Vorteile des «Teilens» erlebbar machen und besser vermarkten?
… das Teilen von Dingen einfacher machen?
… mit neuen Prozessen, Rollen und Dienstleistungen das Teilen fördern?
… den Mythos der hohen Kosten entkräften? Denn «Besitzen» ist meist teurer und oft mit mehr Aufwand verbunden als «Teilen»
.… «Teilen» auch für Personen attraktiv machen, die sich alles leisten können?
… für mehr Transparenz, Verbindlichkeit und Vertrauen bei Sharing-Plattformen sorgen?
… durch neue Versicherungslösungen das Teilen sicherer machen?
… individuelle Verantwortungsübernahme für geteilte Dinge fördern?
… skalierbare Sharing-Netzwerke – nachbarschaftlich, lokal, regional, national bis global – für verschiedenste Produkte schaffen?
Viele Menschen besitzen Güter, die nur selten genutzt werden. Die durchschnittliche Bohrmaschine läuft in ihrem Leben 11 Minuten. Autos stehen durchschnittlich 23 Stunden am Tag. Würden Konsumgüter vermehrt geteilt, müsste weniger produziert werden und entsprechende Ressourcen und Emissionen könnten eingespart werden. Ein Sharing-Auto kann beispielsweise zehn Privatfahrzeuge ersetzen. Das spart nicht nur deren Produktion, sondern reduziert auch den Bedarf an Parkplätzen und macht damit Verkehrsflächen für andere Nutzungen frei.
«Besitzen» ist meist positiv konnotiert: Es bedeutet oft Status, Unabhängigkeit und Verfügbarkeit. «Teilen» hingegen kann als Armutszeugnis gelesen werden und Ängste vor mangelnder Verfügbarkeit auslösen. Hinzu kommt, dass die einmaligen Kosten eines Kaufs in der Regel als geringer empfunden werden als die wiederkehrenden Kosten einer Miete.Kommerzielle und nicht-kommerzielle Sharing-Angebote zielen darauf ab, nicht ausreichend genutzte Ressourcen zu optimieren. Dazu gehören die Verbesserung des Zugangs zu Produkten und Dienstleistungen, die Erschliessung neuer Einkommensquellen, der Aufbau sozialer Bindungen, die Verlängerung der Lebensdauer von Gütern und die Förderung des Recyclings.
Im besten Fall ist Sharing eine Chance für individuelle Emanzipation, Gemeinschaft, ein leichteres Leben und ökologischen Fortschritt. Die Kritik an der Sharing Economy, insbesondere an den grossen Peer-to-Peer-Plattformen (wie z. B. Online-Marktplätze und Dienstleistungen), zeigt zugleich Gefahren auf: Hier entwickeln sich Geschäftsmodelle, die Arbeitsverhältnisse destabilisieren und die Errungenschaften von regulierten Unternehmen und Erwerbsarbeit untergraben können.
Die FUS-Challenge Sharing – Teilen als soziale Innovation fördert Antworten auf die übergeordnete FUS-Frage: Wie leben wir in Zukunft in der urbanen Schweiz?
Gesucht werden radikale Ideen, um Sharing als sozial-ökologisches Grundprinzip an vielen Orten in die Realität umzusetzen. Gesucht sind Prozesse, Produkte, Plattformen, Angebote oder Programme, die das Teilen an sich in den verschiedensten Bereichen fördern. Denkbar sind aber auch Ideen, die sich auf einzelne Bereiche oder Konsumgüter (z. B. Verkehrsmittel, Gartengeräte, Eventausrüstung) konzentrieren.
In einem offenen Innovationsprozess fördern wir den Austausch zwischen der interessierten Öffentlichkeit sowie den Verantwortlichen aus Forschung und Praxis rund um Peer-to-Peer Ansätze, Sharing und Circular Economy etc., den Planungsbehörden, der Politik und der Investitionsseite. Der Kanton Basel-Stadt steht als Anlaufstelle zur Verfügung und stellt eigene Expertise und Daten zur Verfügung. Bei geeigneten Projekten unterstützt der Kanton bei der Suche nach konkreten Testmöglichkeiten.
Mach mit und hilf, die soziale Innovation des Sharing weiter zu verbreiten und sichere dir in einem interdisziplinären Team finanzielle und methodische Unterstützung sowie wertvolle Kontakte für weitere Schritte!
Was suchen wir?
Wir suchen radikale Ideen um die vielversprechendsten sozialen Innovationen mehrheitsfähig zu machen - unter Einbezug von Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Verwaltung und/oder Politik. Arbeitest Du an entsprechenden Angeboten, Services, Organisationsformen, Geschäfts- und Impact-Modellen, Kommunikations- und Interventionsstrategien oder strategischen Experimenten?
Wir ermöglichen die Durchführung von Machbarkeits-, Nutzer- oder Marktstudien oder auch die Entwicklung von Modellen und Prototypen, die der Veranschaulichung und der Erprobung potenzieller Lösungen dienen.
Wir freuen uns auf Lösungsansätze, die den Beitrag sozialer Innovationen zu einer klimagerechten und lebenswerten urbanen Gesellschaft der Zukunft potenzieren und multiplizieren.
Wer kann sich bewerben?
Entsprechend den Vorgaben von Innosuisse dürfen sich nur gemischte Teams mit Mitgliedern aus mindestens einem Forschungs- und einem Umsetzungspartner bewerben. Die Veranstaltungen in der Challenge Stage ermöglichen, dass sich einzelne Akteur:innen finden. Sollte einem Projektteam der Forschungspartner fehlen, können wir mit versuchen auszuhelfen. Dazu oder für andere Vernetzung kann matchmaking@futureurbansociety.ch kontaktiert werden.
Fördergelder können wir nur an juristische Personen - Genossenschaften, Vereine, Stiftungen, Unternehmen, Hochschulen, Gemeinden etc. - aus der Schweiz vergeben. Die Verwendung und Verteilung der Mittel in den geförderten Teams erfolgt eigenverantwortlich, aber rechenschaftspflichtig.
Zu den Forschungspartnern gehören universitäre Forschungsinstitute, nicht-kommerzielle Forschungszentren ausserhalb des Hochschulbereichs, Forschungsinstitute der Fachbereiche mit eigenen Forschungsprojekten und Forschungsinstitute des Bundes.Umsetzungspartner sind alle privaten und öffentlichen Akteurinnen, die Ideen in die Praxis umsetzen können oder zumindest einen Anteil daran haben.
Wie können die Mittel eingesetzt werden?
Die Förderung kann für Machbarkeits-, Nutzungs- oder Marktstudien verwendet werden. Wo möglich und sinnvoll wird die Entwicklung von Modellen und Prototypen zur Veranschaulichung und Erprobung von Lösungsansätzen finanziert. Die Mittel können zweckdienlich flexibel eingesetzt werden, z.B. für die Bezahlung von Gehältern, den Kauf von Ausrüstung und Material, Beobachtungs- und Interviewforschung, Reisekosten, Organisation von Roundtables, Workshops usw.
Ein Teil der Mittel ist für die inhaltliche und methodische Unterstützung von Expert:innen in den jeweiligen Feldern reserviert.
Was ist einzureichen?
Einzureichen ist ein kurzer Fragebogen. Der Inhalt der Bewerbung sollte optimalerweise 2-3 A4 Seiten Arial 11 umfassen und 5 Seiten nicht überschreiten. Der Fragebogen kann hier heruntergeladen werden.
Gefördert werden kann, wer an einer unserer Open-Innovation-Veranstaltungen oder Calls teilgenommen hat.
Bei Fragen bitte zuerst in das FAQ schauen. Falls du danach immer noch Fragen hast, melde Dich gerne auf info@futureurbansociety.ch

Wie können wir konkrete Lösungen entwickeln, die gute Ernährung für alle als Teil unserer sozialen Infrastruktur verankern?
Im Rahmen der FUS Ideation bauen wir auf den zuvor identifizierten Challenges und Erkenntnissen auf und entwickeln daraus erste tragfähige Lösungsansätze. Im Fokus stehen soziale Innovationen, die neue Formen der Zusammenarbeit ermöglichen und bestehende Strukturen wirksam weiterentwickeln, insbesondere dort, wo es um Zugang, Verantwortung und institutionelle Verankerung geht.
Dafür bringen wir Menschen aus öffentlicher Hand, Markt und Zivilgesellschaft zusammen, testen und verbinden Ideen und unterstützen die Entstehung neuer Partner:innenschaften und Teams. Ziel ist eine robuste Projektidee mit klarem Bezug zu den identifizierten Herausforderungen, passenden Partner:innen und realistischen nächsten Schritten in Richtung Umsetzung und möglicher Förderung.
Weitere Informationen zum Ablauf, zu Teilnahmebedingungen und zu den nächsten Schritten werden nach Abschluss der Problem Exploration (Call for Challenge) Mitte April veröffentlicht.
📅 14. April 2026, 14:00 bis 17:30 Uhr
📍 Bern
📅 30. April 2026, 15:30 bis 17:00 Uhr
📍 Online